Vinted Gewinn berechnen: Formel, Kostenposten, Beispiel
Dein Gewinn auf Vinted ist der Verkaufspreis abzüglich dessen, was dich der Artikel gekostet hat: Einkauf, Verpackung, ein eventueller Push und deine Zeit. Vinted selbst zieht dir nichts ab, Käuferschutz und Versand zahlt der Käufer. Der Gewinn entscheidet sich deshalb fast ausschließlich an deinen eigenen Zahlen, und die kennt nur, wer sie aufschreibt.
Umsatz ist nicht Gewinn
Wer im Vinted-Geldbeutel 480 € im Monat sieht, hat 480 € Umsatz. Ob davon 400 € oder 40 € Gewinn sind, hängt davon ab, was die verkauften Teile gekostet haben. Wer den eigenen Kleiderschrank ausräumt, hat die Anschaffung oft Jahre zuvor bezahlt; für eine ehrliche Rechnung zählt trotzdem, was du damals bezahlt hast. Wer gezielt einkauft, um weiterzuverkaufen, hat den Einkaufspreis unmittelbar vor Augen und merkt schnell, dass ein 12-€-Verkauf bei 8 € Einkauf plus Verpackung kaum etwas übrig lässt.
Die Trennung ist auch steuerlich der Ausgangspunkt: Das Finanzamt interessiert sich bei privaten Veräußerungsgeschäften für den Gewinn, also die Differenz zwischen Verkaufspreis und Anschaffungskosten, nicht für den Umsatz. Was dabei überhaupt relevant wird, erklärt der Ratgeber Vinted und Steuern.
Welche Kosten anfallen
Einkaufspreis
Der größte Posten. Trage ihn je Artikel ein, auch wenn er 0 € beträgt (Geschenk, geerbt) oder geschätzt ist (vor Jahren gekauft). Bei Paketen vom Flohmarkt oder aus Kleiderkisten teilst du den Gesamtpreis auf die Teile auf, etwa nach dem Preis, den du für jedes erwartest.
Verpackung
Versandtaschen, Kartons, Klebeband, Füllmaterial. Einzeln wirken 0,40 € bis 1,20 € je Sendung harmlos; bei 40 Verkäufen im Monat sind es 16 € bis 48 €. Wer Verpackung wiederverwendet, senkt diesen Posten fast auf null.
Versand
Nutzt du die Versandoptionen von Vinted, trägt der Käufer die Kosten, und du bekommst ein bezahltes Etikett. Dann taucht Versand in deiner Rechnung nicht auf. Anders bei individuellem Versand oder wenn du einem Käufer entgegenkommst und Porto übernimmst: Dann gehört der Betrag in die Kostenspalte.
Push
Ein Push ist die einzige Gebühr, die Vinted von Verkäufern verlangt, und sie ist freiwillig. Den Preis siehst du vor dem Kauf; Drittquellen nennen rund 1,15 € für drei und 1,95 € für sieben Tage (Stand 07/2026). Buche den Push dem Artikel zu, für den du ihn gekauft hast. So siehst du, ob er sich gelohnt hat.
Rücksendungen und Stornos
Kommt ein Artikel zurück, hast du Verpackung und Zeit investiert, aber keinen Verkauf. Trage solche Fälle als Kosten ohne Erlös ein, sonst sieht die Monatsbilanz besser aus, als sie ist.
Zeit
Fotografieren, beschreiben, einstellen, Nachrichten beantworten, verpacken, zur Paketstation gehen: 15 bis 30 Minuten je Artikel sind realistisch. Zeit taucht in keiner Steuererklärung auf, aber sie entscheidet, ob sich das Verkaufen für dich lohnt. Ein Stundensatz, den du dir selbst setzt, macht das sichtbar: Bei 20 Minuten Aufwand und 10 € Gewinn verdienst du 30 € pro Stunde, bei 3 € Gewinn sind es 9 €.
Die Formel
Gewinn je Artikel = Verkaufspreis − Einkaufspreis − Verpackung − eigener Versandanteil − Push
Der Verkaufspreis ist der Betrag, den dir Vinted gutschreibt, nicht der Gesamtpreis, den der Käufer zahlt. Bei einem Preisvorschlag zählt der angenommene Preis. Wer will, teilt den Gewinn zusätzlich durch die aufgewendete Zeit.
Beispiel: Du verkaufst eine Jacke für 45 €, die du für 18 € gekauft hast. Verpackung 0,90 €, kein Push, Versand über Vinted. Gewinn: 45 − 18 − 0,90 = 26,10 €. Bei 25 Minuten Aufwand entspricht das rund 63 € je Stunde. Für den Rechenweg mit deinen eigenen Zahlen steht der kostenlose Gebühren- und Gewinnrechner bereit.
Tabelle oder Werkzeug?
Eine Tabelle reicht für den Anfang. Diese Spalten haben sich bewährt:
| Spalte | Warum |
|---|---|
| Datum Verkauf | für die Zuordnung zum Kalenderjahr |
| Artikel (Kurzbezeichnung) | Wiedererkennen, Rückfragen beantworten |
| Verkaufspreis (Gutschrift) | die Basis der Rechnung |
| Einkaufspreis | größter Kostenpunkt |
| Verpackung / Versandanteil / Push | die kleinen Posten, die sich summieren |
| Gewinn | Formel, automatisch berechnet |
| Anzahl Verkäufe im Jahr (laufend) | für die 30-Verkäufe-Grenze der Plattformmeldung |
| Summe Gutschriften im Jahr (laufend) | für die 2.000-€-Grenze |
Die Tabelle hat zwei Schwächen. Erstens musst du jeden Verkauf abtippen, und genau das schläft nach ein paar Wochen ein. Zweitens musst du für die beiden Jahres-Summen selbst nachrechnen, wo du stehst. Ab etwa zehn Verkäufen im Monat wird ein Werkzeug bequemer, das die Verkäufe aus deinem eigenen Vinted-Konto liest, dir die Einkaufspreise abfragt und die Jahressummen laufend mitzählt. Schrankpilot macht das im Browser: Gewinn je Artikel mit deinen Einkaufspreisen, Zähler für 30 Verkäufe und 2.000 €, Export der Aufstellung als CSV für die Steuerunterlagen. Ob etwas steuerpflichtig ist, bewertet es nicht.
Drei Fehler, die die Rechnung verfälschen
- Käuferschutz als eigene Kosten zählen. Die Gebühr zahlt der Käufer. Wer sie abzieht, rechnet sich ärmer, als er ist, und setzt Preise womöglich zu hoch.
- Nur die guten Verkäufe eintragen. Ladenhüter, die du nach einem Jahr für 3 € abgibst, gehören mit ihrem Einkaufspreis ebenso in die Liste. Erst dann stimmt der Durchschnitt.
- Umsatz mit der Meldegrenze verwechseln. Für die Plattformmeldung zählt die Vergütung, die dir gutgeschrieben wird, und die Zahl der Verkaufsabschlüsse, nicht dein Gewinn. Beides sollte deine Aufstellung getrennt ausweisen.
Häufige Fragen
Wie berechne ich meinen Gewinn auf Vinted?
Verkaufspreis (deine Gutschrift) minus Einkaufspreis, Verpackung, selbst getragener Versand und Push. Käuferschutz-Gebühr und Standardversand zahlt der Käufer und gehören nicht in deine Kostenspalte.
Zieht Vinted mir eine Gebühr vom Verkaufspreis ab?
Nein. Private und Pro-Verkäufer zahlen keine Verkaufsgebühr; der festgelegte Preis wird vollständig gutgeschrieben. Die einzige freiwillige Ausgabe ist ein Push.
Muss ich meinen Gewinn auf Vinted versteuern?
Das hängt vom Einzelfall ab: Bei privaten Verkäufen greift § 23 EStG nur innerhalb eines Jahres nach Anschaffung, Gegenstände des täglichen Gebrauchs sind ausgenommen, und es gilt eine Freigrenze von 1.000 € Gesamtgewinn im Jahr. Gewerbliche Verkäufe folgen anderen Regeln. Eine vollständige Aufstellung brauchst du in jedem Fall; die Einordnung übernimmt eine Steuerberatung.
Reicht eine Excel-Tabelle?
Für wenige Verkäufe im Monat ja. Wichtig sind Verkaufsdatum, Gutschrift, Einkaufspreis und laufende Jahressummen für Anzahl und Betrag. Bei höherem Volumen spart ein Werkzeug das Abtippen.
Quellen
- Vinted-Hilfe, „Käuferschutz-Gebühren auf Vinted“, vinted.de/help/342 – abgerufen 22.09.2026
- Vinted-Hilfe, „Wer zahlt für den Versand?“, vinted.de/help/458 – abgerufen 22.09.2026
- Vinted-Hilfe, „Was ist ein Push?“, vinted.de/help/340 – abgerufen 22.09.2026
- Push-Preise Deutschland: vintagelab.org/blog/vinted-bumpen-automatisieren (07/2026) – abgerufen 22.09.2026
- § 23 EStG, gesetze-im-internet.de/estg/__23.html – abgerufen 22.09.2026
- § 4 Abs. 5 PStTG, gesetze-im-internet.de/psttg/__4.html – abgerufen 22.09.2026
Keine Steuerberatung. Dieser Ratgeber informiert allgemein; ob und wie deine Verkäufe zu versteuern sind, hängt von deinem Einzelfall ab; bei Fragen hilft eine Steuerberatung oder das Finanzamt. Stand der Angaben: 22.09.2026. Dieser Ratgeber ist unabhängig und steht in keiner Verbindung zu Vinted UAB.